Internet-Glücksspielsucht: (K)ein Thema für Casinos Austria und das Land Niedersachsen? |
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50-Jährige sind anfällig für Internet-Sucht - Platz 2 nach Teenagern
Zwei Gruppen lassen sich anscheinend besonders leicht von E-Mail und Web verführen: Teenager - wie oft vermutet -, aber auch Männer und Frauen über 50. Den 50-Jährigen mache das "empty nest" zu schaffen, meint ein Experte.
Kaum sind die Kinder aus dem Haus oder die Ehe geschieden, schaltet man gerne den Computer an: Mit dem Internet wird die ungewohnte Einsamkeit bekämpft - das sogenannte "empty nest"-Syndrom. Pinhas Dannon von der Universität Tel Aviv sieht bei Personen Mitte 50 eine hohe Anfälligkeit für Internet-Sucht. Auf der Tagung des National Gambling Council in Las Vegas will er im November seine Erfahrung mit dem neuen Phänomen präsentieren.
Jeder zehnte Internet-Nutzer soll von dem virtuellen Medium abhängig sein. Neben den 50-Jährigen seien vor allem Teenager häufig nicht vom Monitor weg zu bekommen, so Dannon: Selbst mitten in der Nacht rufen sie unablässig ihre E-Mails ab und greifen noch vor dem morgendlichen Kaffee zur Computermaus. Je nachdem, wie ausgeprägt die Sucht sei, könne sie sich zur ernsten Depression oder Angststörung entwickeln, erklärte der Psychiater.
Derzeit ordnen Experten die Internet-Sucht in die Gruppe der Zwangsstörungen ein, bei denen die Betroffenen immer wieder Handlungen durchführen, die ihnen widerstreben oder die sinnlos sind. Dannon fordert nun, die Abhängigkeit von Web und Co. als eine spezifische Sucht zu betrachten: "Internet-Sucht kommt nicht einfach als 'Drang' daher. Es ist mehr als das - es ist ein tiefes, heftiges Verlangen." Nur wenn die Netz-Abhängig richtig beurteilt würde, könne man sie auch richtig behandeln, erklärte der Wissenschaftler.
Eine Gesprächstherapie hält Dannon bei den Betroffenen für vielversprechend. Der Psychiater schließt aber auch die Verschreibung von Medikamenten nicht aus, die bei psychischen Erkrankungen wie Kleptomanie oder Spielsucht zum Einsatz kommen. Außerdem müssten Schulen und Arbeitgeber besser über die möglichen Gefahren des Netzes aufgeklärt werden.
Internet-Süchtige seien ein unvermeidliches Produkt der Moderne, so Dannon. "Sie sind wie alle anderen, die abhängig von Kaffee, Sport und Mobiltelefonieren sind. Mit den Zeiten ändern sich auch unsere Süchte."
Gefunden unter: http://www.medical-tribune.de/patienten/news/20946/
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22.08.2007 16:26 |
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