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räubertochter räubertochter ist weiblich
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Geschäfte im halblegalen Bereich

Der Markt für Sportwetten wächst seit Jahren. Und nicht nur für Werbeträger wie Oliver Kahn sind sie ein lukratives Geschäft, auch Fußballvereine und Verbände kassieren mit. Dabei sind fast alle Angebote für Sportwetten eigentlich illegal.

„Wenn ihr denkt, ihr kennt alle meine Sprüche – dann tippt doch drauf. Ihre Wette in sicheren Händen.“
„Nee, näh, sag mal, was tippst du denn da für'n Quatsch?“
„Braucht man da eigentlich ein Parkticket?“
„Natürlich geht es immer um gewinnen oder verlieren.“

Oliver Kahn, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger dürften sich zu den Gewinnern zählen, zumindest monetär. Die Ex-Bundesliga-Profis werben für Sportwetten-Anbieter beziehungsweise die Spiel-Automatenwirtschaft. Und nicht nur sie: Bei jedem Bundesliga-Spiel taucht irgendwo das Logo eines Wett-Anbieters auf. So gut wie jeder Bundesliga-Verein hat einen entsprechenden Sponsor. Tipico, eines der führenden Unternehmen in Sachen Sportwetten, fungiert seit 2018 als Premiumpartner der Deutschen Fußballliga, DFL.

Überall Werbung für die Wettanbieter
Konkurrent bwin sponsort den Deutschen Fußballbund, DFB, die deutsche Nationalmannschaft, den DFB-Pokal, die Frauen Bundesliga und – seit 2017 – die 3. Liga. Nach Angaben des Deutschen Sportwettenverbandes investiert die Wettbranche jährlich 50 Millionen Euro ins Sportsponsoring in Deutschland. Sebastian Buchholz, der für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, beobachtet dieses Engagement seit Jahren mit Skepsis.

„Ich glaube, dass das Ausbreiten der Wettbüros wie auch des Wettens im Internet über die ganzen Angebote damit zu tun hat, dass wir sehr viel Werbung für Wetten erleben. Also sowohl auf den T-Shirts der Fußallspieler als auch die Bandenwerbung, man sieht ja regelmäßig sehr, sehr viel Werbung für Wettbüros. Und da sagt sich natürlich der Normalsterbliche: Ja, wenn dafür so umfangreich geworben wird, kann das doch nichts Schlimmes sein!“

Das Ziel der Werbeoffensive ist klar: Die Anbieter wollen Sportwetten als Teil der „Fußball-Kultur“ verankern. Raus aus der „Schmuddel-Ecke“ des Glücksspiels, rein in die vermeintlich saubere Welt des Sports. Oder wie es Oliver Kahn in einem Werbespot beschreibt:

„Wenn man nach England schaut, dort gehören Sportwetten ja wie selbstverständlich letztlich zur Kultur des Spiels und ich habe sogar gehört, dass die königliche Familie ihre Wette vom Buckingham Palace aus platziert, also das zeigt schon, wie gesellschaftsfähig Sportwetten insbesondere auch in England sind.“

Neun Milliarden Euro Jahresumsatz
Auch ohne zockendes Staatsoberhaupt wächst der Sportwetten-Markt in Deutschland rasant. Nach Angaben des Branchenverbandes setzten Wettbüro-Besucher und Online-Wetter im WM-Jahr 2018 rund 7,7 Milliarden Euro auf Sportereignisse, zumeist Fußballspiele. Für das laufende Jahr peilt man einen neuen Rekord an: neun Milliarden Euro. Und auch der deutsche Fiskus verdient prächtig mit. Denn seit 2012 sind fünf Prozent des Umsatzes als Wettsteuer fällig.

„Der Glücksspielmarkt ist ein Milliardengeschäft. Das müssen wir uns immer vergegenwärtigen, das ist auch der Grund, warum erst die Spielhallen, dann die Wettbüros so in die Kieze drängen. Und warum natürlich auch wahnsinnig viel online, national wie auch international angeboten wird, weil da richtig, richtig viel Geld mit zu verdienen ist.“

Die Branche boomt, auch weil der Zugang so leicht ist. Daniel Buchholz kämpft in Berlin seit über zehn Jahren gegen das Glücksspiel, erst gegen Spielhallen, nun verstärkt gegen Wettbüros. Die Hauptstadt hat eines der bundesweit strengsten Spielhallen-Gesetze. Es setzt neuen Anbietern enge Grenzen und auch die alten verschwinden langsam.

„Allein im letzten Jahr 2018 um die hundert, also wirklich sehr deutliche Abnahme, das haben wir erreicht. Wir erleben aber gleichzeitig die gegenläufige Entwicklung bei den Wettbüros, auf die wir aber leider als Landesparlament keinen Einfluss haben, dass wir inzwischen schon bei 400 Wettbüro-Stellen sind und es werden offensichtlich immer noch mehr.“

Jahrelanger Streit über einheitliche Regeln
Denn für Sportwetten fehlt bislang eine rechtliche Grundlage, gewettet wird im Graubereich. Die 16 Bundesländer konnten sich jahrelang nicht auf einheitliche Regeln einigen. Schleswig-Holstein schoss immer wieder quer, auch die EU meldete Bedenken an. 2011 verabredeten die Bundesländer in einer ersten Reform des Glücksspielstaatsvertrages eine Experimentierphase. 20 Wett-Anbieter sollten für sieben Jahre eine Lizenz erhalten.

80 bewarben sich, nach einer Vorauswahl blieben 35 übrig. Die Verlierer des Verfahrens zogen vor Gericht, beklagten die intransparente Auswahl und bekamen Recht. Damit scheiterte die Lizenzvergabe. So sind bis heute fast alle Angebote für Sportwetten eigentlich illegal, werden aber geduldet. Die Sportwetten-Anbieter richteten sich in dem unregulierten Markt prächtig ein. Der Hamburger Präventionsforscher Jens Kalke:

„Das war ja ein Paradies für die in den letzten Jahren. Die haben sich ja auch an die ganzen weiteren Regeln des Glücksspielstaatsvertrages nicht gehalten, zum Beispiel: Verbot von Live-Wetten. Da hat sich kein Sportwetten-Anbieter dran gehalten. Das waren paradiesische Zustände – und sind es noch. Ich bin ja mal gespannt, was ab Januar nächsten Jahres passiert.“

Ereignis-Wetten sollen verboten werden
Nach jahrelangem Streit haben sich die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer geeinigt: Am 1. Januar 2020 soll der sogenannte „3. Glücksspieländerungsstaatsvertrag“ in Kraft treten. Dann müssen sich die Sportwetten-Anbieter wieder um Konzessionen bewerben. Diesmal wird die Anzahl nicht beschränkt.

Der Staatsvertrag enthält aber auch Regelungen, die den Sportwetten-Anbietern nicht gefallen werden. Ein Verbot von sogenannten Ereignis-Wetten etwa. Dabei kann live auf das nächste Tor, die nächste gelbe Karte, die nächste Ecke gesetzt werden. Solche Live- bzw. Ereigniswetten haben ein hohes Suchtpotential, gelten aber gleichzeitig als besonders umsatzstarkes Angebot.

Auch das sogenannte Dachmarken-Sponsoring ist im Visier der Aufsichtsbehörden: Baden-Württemberg hat bereits den DFB wegen seines Sponsors Bwin ermahnt. Wie die meisten Sportwetten-Anbieter betreibt auch Bwin Online-Kasinos mit virtuellen Roulettetischen und Spielautomaten. Diese aber sind in Deutschland illegal, genauso die Werbung dafür. Daniel Buchholz:

„Man muss eben sehen, wenn jetzt unter dem Obernamen geworben wird, dass auch der illegale Betrieb mitbeworben wird und dass dagegen jetzt an einigen Stellen konsequenter vorangegangen wird, das ist sehr richtig so, das ist auch absolut notwendig.“

Der DFB schreibt auf Anfrage: Man stelle jetzt – deutlicher als bisher – heraus, dass es sich bei der Kooperation mit Bwin ausschließlich um eine Partnerschaft für den Bereich Sportwetten handele. So wurden Bwin-Werbeschilder mit dem Zusatz „Sportwetten“ versehen.

Glücksspieländerungsstaatsvertrag mit Experimentierphase
Ansonsten hofft auch der DFB, dass mit der Lizenz-Vergabe eine Grundlage geschaffen wird, die allen Beteiligten mehr Rechtssicherheit bietet. Man hat – so scheint es – vor allem das Gewinnpotential der Sportwetten im Blick, weniger das Suchtpotential. Auch der Berliner Abgeordnete Daniel Buchholz hofft auf Rechtssicherheit – aber nicht um Geschäfte zu machen:

„Dann haben wir hoffentlich die Möglichkeit, sehr koordiniert gegen illegales Glückspiel – und das heißt in diesem Fall illegale Wettangebote – vorzugehen und ich erhoffe mir auch ein Stück weit einen Rückgang der Wettbüros, des Überangebotes an Wettbüros in unseren Städten.“

Man kann allerdings darauf wetten, dass das Gezerre um die Regulierung der Sportwetten weitergehen wird. Denn der „3. Glücksspieländerungsstaatsvertrag“ sieht eine Experimentierphase vor. Und die endet am 30. Juni 2021.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/spo...ticle_id=464349
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