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[quote][i]Original von Pitti81[/i]
 Moin  

Naja, mal ehrlich, das liegt ja nicht am Gesetzgeber, dass deine Gemeinde den Personalansatz falsch einschätzt.  smile  

Zoll und Polizei wissen hier auch nicht viel über ein BWR, müssen sie aber auch nicht, sind da weder zuständig noch schreib- oder leseberechtigt.  Weißnicht  
Wir haben ja von polizeilichen Datenbanken auch keine Ahnung....

Von daher verwehre ich (persönlich) mich gegen Verallgemeinerung und Schwarzmalerei.    
Bedenkliche Einzelfälle wie bei dir gibt es leider zu oft und zu viele, da hast du Recht... unglücklich  

Grüße[/quote]


"Abfragebehörden können neben den § 34a-Behörden im Rahmen der Amtshilfe insbesondere Ordnungsämter, Polizei- oder Zollbehörden sein. Sie führen Vor-Ort-Kontrollen bei Gewerbebetrieben und beim Einsatz von Wachpersonal durch."
Quelle: [URL]https://www.bewacherregister.de/bwrweb/DE/Service/Glossar/glossar_node
.html#625388[/URL]

Realtität > läuft mal hier und mal da, überwiegend nicht.

Und so ganz grds. stelle ich eben immer und immer wieder -egal, welche Thematik- folgendes Muster fest:

- Es gibt Probleme. Bewachungsbranche voller vorbestrafter Menschen, oft genug mit rechtsradikalem Hintergrund, durchzogen von Menschen mit Connections zu Hells & Co. etc.
Das Problem ist schon seit Jahren bekannt. Man dümpelt rum und es tut sich nichts.

- Es gibt plötzlich einen Anlassfall. Die Medien kriegen das mit, dass z.B. Security mit rechtsrad. Hintergrund in Flüchtlingsheimen standen. Schlagzeilen über Schlagzeilen. Die Politik im Zugzwang.

- Es werden verschärfte Gesetze und Reformen angekündigt und rausgehauen. Manchmal durchdacht, überwiegend nicht. Der mediale Aufschrei verstummt, die Legislative hat getan.


Alles fein.

Nein.

Regelmäßig und themenübergreifend wird eines nicht verstanden: Ich kann reglementieren, verschärfen oder reformieren in der Legislative wie ich will. Wenn die Exekutive nicht richtig funktioniert bzw. nicht richtig funktionieren kann, wird das nix.

Und das sehe ich leider fast überall. Probleme sind da. Es braucht den Anlassfall. Es wird was gemacht, aber nicht richtig und dann wundert man sich Jahre später, warum es immer noch nicht läuft und dann reformiert man wieder usw. usf.

Noch so ein Beispiel ist z.B. das "Kampfhundthema". Erkennt man aber nur, wenn man die Realität kennt (die ich als ehemalige Listenhundbesitzerin und Ehrenamtlerin zu diesem Thema als Verwaltungsfrau aus diesen 3 Perspektiven beleuchten durfte). Oberflächlich und naiv betrachtet kein Thema mehr und Rasselisten toll, in der Realtität ist weder der Gefahrenabwehr noch dem Tierschutz anständig Rechnung getragen worden. Die Statistiken oft lachhaft, die Zahlen von Beißvorfällen ansteigend und die Hunde gibt es wie Sand am Meer - in Verpackung von Phantasiebezeichnungen usw. - eben illegal - komplett durch das behördliche Raster gefallen.

Back to Bewachung:

Warum konnten sich über Jahre und Jahrzehnte überhaupt so viele vorbestrafte Menschen als Wachpersonen in dieser Branche einfinden und warum wird sie -zumindest teilweise- bis heute unterwandert von kriminellen Strukturen? Weil es früher Gesetzeslücken gab? Nein.
Das wäre bei einem flächendeckenden, ordentlichen Vollzug eines § 34a GewO/BewachV auch in der Version vor der Reform gesetzlich nicht möglich gewesen.
Das Problem liegt im Vollzug und das wiederrum wegen vieler möglicher Faktoren.

Solange das nicht begriffen wird, regeln wir unseren Rechtsstaat glaube ich zu Tode.

Denn alle Probleme, denen ich hier begegne, sind keine Einzelfälle einer Verwaltung oder ein paar wenigen Provinzgemeinden. Alle Probleme sind systemisch und strukturell in der gesamten BRD vorzufinden. Nur oft wird das professionell unter den Teppich gekehrt, weil jede Behörde am Ende politisch geführt...    
Es steht und fällt grds. mit dem SB. Oder mit der Führung. Oder mit der Politik.

Daher ist es höchstens Zweckpessimismus, den man gerne auch als Schwarzmalerei erkennen darf. Wenn es hilft, dass sich vielleicht irgendwann was ändert, gerne!

Ich wollte es hier ändern und fand unseren Job mal extrem wichtig. Ist er eigentlich auch, was die Theorie anbelangt. In der Praxis muss ich leider für mich hier feststellen: Es ist fast schon schnurzpiepegal, ob hier einer das Gewerberegister führt oder nicht, kommt eigentlich auf das Gleiche raus. Fast.
Ich habe mich früher aufgeregt über die Kollegen, die resigniert nur noch abstempeln und nichts hinterfragen oder kontrollieren, nicht an das große Ganze denken oder nicht in der Lage sind, außerhalb des Tellerrands zu denken.
Jetzt bin ich leider auch auf diesem Weg. Nicht, weil ich wirklich so denke, aber weil das System einen irgendwann bricht.

Man müsste halt mal neu denken, richtig die Ursachen angehen und nicht immer bloß so eine Verschlimmbesserung angehen. Für mich hat sich tatsächlich -insb. in meiner Region- herauskristallisiert, dass Behörden, wo es läuft, wie es soll, die Einzelfälle sind. Das sind meist größere Kommunen, die anders -insb. personell- aufgestellt sind.
Viele Aufgaben sind auch in den BL teilweise hirnrissig aufgeteilt. In RLP immer gerne alles auf unterster Ebene. Auch so ein Problem. Ich gehöre hier mittlerweile als gelernte Verwaltungsfachangestelle zu den letzten Einhörnern und in ein paar Jahren wird der ö.D. ziemlich blöd gucken, wenn dann die Generationen von Angestellten & Beamten, die noch von der Pieke auf Verwaltung waren, weg sind. Basis-Verwaltungswissen ist jetzt schon oft Mangelware.
Die Kollegen können nichts dafür. Es ist irgendwie schon das System...

So schließt sich der Kreis. Für mich jedenfalls    

Grüße
   



Gepostet am 28.10.2025 um 14:01 von:
Benutzer: Roesje
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